Let's Make Lemonade: Podcast 7
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Podcast: Let’s Make Lemonade #7 / Fußball in der Krise

In der siebten Folge unseres Podcasts unterhalten sich Michael Meeske (Geschäftsführer des VfL Wolfsburg), Alexander Müller (Gründer und Geschäftsführer von SK Gaming) sowie Thorsten Blodow (Business Development, Omnicom Media Group Germany) über die Auswirkungen der Krise auf den Sport. Dabei schlagen sie eine Brücke zwischen König Fußball und dem virtuellem Sport, dem eSport, besprechen aktuelle Entwicklungen, Auswirkungen sowie perspektivische Chancen. Im Gespräch werden einige Parallelen aufgezeigt und ein harmonischeres Zusammenrücken der beiden Bereiche zeichnet sich gegenwärtig sehr deutlich ab.

Vereinsexistenzen stehen auf dem Spiel

Der Spielbetrieb im Fußball ruht aufgrund von Covid-19. Damit verbunden sind auch nahezu alle Geschäftsbereiche betroffen. Bei komplettem Saisonabbruch wäre der Schaden für viele Bundesliga-Klubs enorm, die Perspektive auf Geisterspiele würde diesen jedoch aufgrund der Umsatzanteile aus Medienrechten überschaubar machen. Michael schätzt das Defizit dann auf 10 bis 15 Millionen Euro, bei Saisonabbruch käme man schon auf 30 bis 40 Millionen Euro – was für viele Klubs existenzbedrohend wäre. Eine Entscheidung zur Wiederaufnahme des Spielbetriebes ist, wie wir mittlerweile wissen, getroffen worden: Der Ball soll im Laufe des Mai wieder rollen. Die Bundesliga könnte somit mit einem blauen Auge davonkommen. Für die sogenannten „Sportarten der zweiten Reihe“, welche derzeit rund zwei Drittel ihrer Erlöse einbüßen, sieht die Situation sehr viel kritischer aus.

Wie viel Rücklagen muss der Fußball bilden?

Dies sei eine unsinnige „Geister-Diskussion“, da sind sich Michael und Alexander einig. Der gegenwärtige externe Effekt durch Covid-19 ist – und das gilt ja nicht nur für den Fußball – ganz einfach nicht vorhersehbar gewesen. Nahezu keine Branche ist in der Lage ein Jahr lang einen derartigen Umsatzverlust zu kompensieren. Der Fußball wird hier aufgrund der hohen Gehälter und Ablösesummen medial schnell als Zielscheibe zur Begründung von Missmanagement herangezogen.

Der E-Sport als einer der Gewinner der Krise

Die Corona-Krise hat den eSport genauso überraschend getroffen wie andere Bereiche auch. Mitten im Liga-Betrieb wurde auch hier zunächst alles on hold gesetzt. Die digitale Sportbranche ist den gleichen Herausforderungen ausgesetzt wie die klassische Sportbranche, jedoch besser in der Lage, Lösungen zu finden. Der Vorteil des eSports liegt primär in der generell digitalen Infrastruktur begründet. Man konnte laut Alexander schnell auf „Geisterspiele“ zurückgreifen und so den Spielbetrieb, wenngleich mit einer leichten Verzögerung, wieder aufnehmen. Es fällt hier somit leichter den Spielbetrieb digital aufrecht zu erhalten und das führt gegenwärtig, u. a. auch aufgrund des Wegfalls von konkurrierendem Sport-Content, zu noch mehr Eyeballs.

Die Reduktion von realem Sport hat ein Vakuum erzeugt, wovon der eSport profitiert, räumt Alexander ein. Ob dies nach der Krise nach wie vor der Fall sein wird, wird sich zeigen. Er glaubt jedoch, dass in dieser Zeit verstärktes Interesse für den eSport aufgebaut wird und hofft, dass dieser Fan-Zuwachs, wenngleich in etwas reduzierter Form, auch nach der Krise Bestand haben wird.

E-Sports wächst auf BL-Ebene stärker mit realem Fußball zusammen

Mittlerweile haben die meisten Klubs der Fußballbundesliga eine eSports-Abteilung. Der VfL Wolfsburg war hier sogar Vorreiter und eröffnete bereits 2015 die erste eSports-Abteilung mit einem VfL FIFA Team.

Neue Zielgruppen werden erschlossen. Dass sowohl die aktiven Fußballprofis am Gaming als auch die Profi-Gamer wiederum am realen Sport interessiert sind, führt zu spannenden Verbindungen und letztendlich neuem und starkem Content.

Ein weiterer Nebeneffekt ist ein gesteigerter Wissenstransfer, der beiden Geschäftsbereichen zu Gute kommt, bemerkt Alexander. Michael pflichtet dem bei und auch er beobachtet eine Menge positiver Effekte aus dem Zusammenwachsen der beiden Bereiche. Es wird weniger gefremdelt, dafür wird mehr hochwertiger Content erstellt.

Generell entsteht gegenwärtig eine Menge positive Kollaboration aus der Verbindung von realem und virtuellem Sport. Und alle Gesprächsteilnehmer sind sich einig, dass dieser Effekt auch nach Corona anhalten wird

Extrem starke Partner an beiden Fronten

Die Reichweite beim realen Fußball auf der einen sowie das verstärkte Storytelling und der Content im eSports auf der anderen Seite: Es bestehen durchaus noch unterschiedliche Auffassungen und Standards bei der Partnereinbindung. Image geht durchaus bei beiden, die Reichweiten im eSports steigen, erfolgreiche Mechaniken werden gegenseitig aufgegriffen. Die Partner aus dem klassischen Fußball wollen mittlerweile verstärkt aktivierende Ansätze umgesetzt wissen, wie man dies im eSport macht. Der eSport linst, nicht zuletzt aufgrund steigender Lizenz-Deals aus Medienerlösen, auf die klassische Sportvermarktung.

Auch der Fußball muss sich, da ist sich Michael sicher, ein wenig von seinem gelernten, jedoch starrem Sponsoring-spezifischen Vermarktungs-Korsett befreien. Professionelle Vermarktung auf Basis von definierten KPIs im Bereich eSport ist längst gelernte Praxis. Gemeinsame Zieldefinitionen, Performance und Engagement-Raten führen, laut Alexander, zu einem hohen Vermarktungsstandard.

Zu guter Letzt: In dem grundsätzlich harmonischen Talk wurde natürlich rund um die Präferenzen zum bevorzugten Fußball-Klub sowie bei den Geschäftsreisen mit oder ohne PKW die eine oder andere Spitze verteilt. Viel Spaß beim Zuhören!

Über VfL Wolfsburg

Eigenbeschreibung: folgt.

Mehr Informationen über den VfL Wolfsburg auf www.vfl-wolfsburg.de.

Über SK Gaming

SK Gaming ist eine der führenden eSport-Organisationen und eine der bekanntesten Marken auf dem Gebiet des professionellen Gaming. 1997 als „Schroet Kommando“ gegründet, entwickelte sich das Team von einer motivierten Gruppe von Freunden zu einem erfolgreichen Unternehmen mit Standorten in Köln und Berlin. In seiner 20-jährigen Geschichte konnte SK Gaming weit mehr als 70 Meisterschaften und Millionen in Preisgeldern in verschiedenen Disziplinen gewinnen. SK dominierte mehrere eSports-Titel, unter anderen mit ihrem legendären schwedischen Counter-Strike-Team, Quake-Superstar rapha, den Fifa-Zwillingen, ihrer langjährigen Warcraft-III-Division oder ihren brasilianischen Global-Offensive-Helden. So prägte SK einige der ikonischsten Persönlichkeiten des eSports und gehört zu den Pionieren der Branche, sowohl als Wettbewerber als auch als Innovator im Bereich eSports.

Mehr Information über SK Gaming auf www.sk-gaming.com.

Autor: Thorsten Blodow, Strategic Partnerships / Omnicom Media Group Germany

12.05.2020

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