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Podcast: Let’s Make Lemonade #14 / Content is King of the Beach

In unserer heutigen Episode unterhalten sich Alexander Walkenhorst (professioneller Beachvolleyballspieler, Podcaster und Organisator der Beachliga) und Lucas Petermeier (Managing Partner OMG FUSE) über das Projekt „Beachliga“ als Beispiel dafür, Themen in Sport und Gesellschaft neu zu denken. Alex und Lucas sprechen über die Idee hinter dem Projekt, Herausforderungen bei Organisation und Vermarktung und darüber, wie Twitch als Distributionskanal erfolgreich genutzt wurde.

Die Herausforderung

Trotz des Booms durch große, sportliche Erfolge deutscher Athleten seit 2012 (unter anderem bei den Olympischen Spielen) und eines emotionalen, festival-ähnlichen Erlebnisses bei Live-Events, bleibt Beachvolleyball weiter eine Randsportart. Und durch die Corona-Pandemie sind natürlich auch alle Beachvolleyball-Events zunächst auf Eis gelegt. Für einen Sport, der von Live-Emotionen und den Fans auf den Rängen lebt, ein herber Rückschlag.

Die Idee

Die Beachliga: Beachvolleyball neu denken und neuen Zielgruppen zugänglich machen. Mit einem interessanten, sportlichen Liga-Format und einer Distribution über die Streaming-Plattform Twitch, auf der sich neben viel Esports- und Gaming-Content auch immer mehr Live-Sport findet. Das Ergebnis: Ein Broadcast-Konzept, das nicht nur den Beachvolleyball, sondern vielleicht auch andere Randsportarten verändern kann. 30 Tage Beachvolleyball, 232 Spiele und durchschnittlich 8,5 Stunden täglicher Stream. Direkt, ungeschminkt und vor allem interaktiv.

Die Vermarktung

Als Einzelunternehmer und somit auch alleine in der vollen, finanziellen Verantwortung startet Alex das Projekt Beachliga – ohne zunächst zu wissen, ob am Ende Gewinn oder Verlust zu Buche stehen wird. Gerade in Zeiten der allgemeinen finanziellen Unsicherheit zweifellos ein gewagter Schritt. Mit der Unterstützung der Stadt Düsseldorf sowie einiger nahmhafter Partner schafft die Beachliga jedoch die schwarze Null und kann dank innovativer „Donations“-Mechanismen über Twitch sogar über 30.000 € Preisgeld an die teilnehmenden Spieler ausschütten.

Die Hürden

Neue Ideen und Konzepte bedeuten auch, dass wenig Erfahrungswerte und historische Daten über z. B. Zielgruppe oder Reichweiten zur Verfügung stehen. Das machte es trotz eines überzeugenden, innovativen Konzepts nicht einfach, für die Beachliga weitere Partner zu akquirieren. Auch auf Verbandsseite gab es nicht nur Unterstützung für das Projekt. Sowohl die Nutzung einer digitalen Plattform für eine Sportart, die bisher eher auf eine Übertragung im TV setzt, sowie organisatorische Minenfelder, wie die Erstellung eines vorschriftsgemäßen Hygienekonzepts, waren eine echte Herausforderung für das Team. Die erste Planung fand genau deshalb zunächst auch zu Beginn ohne Verband und ohne Partner statt.

Die nächsten Schritte

Das Fazit ist eindeutig: Trotz der kurzfristigen Umsetzung und vieler Stolpersteine auf dem Weg war die Beachliga ein großer Erfolg. Über 120.000 Zuschauer sahen packenden Spiele und hatten die Möglichkeit mit Spielern, Moderatoren und Gästen über Twitch zu interagieren. Das zu Beginn eingegangene Risiko hat sich voll ausgezahlt und das Potential der „First-Mover-Idee“ gezeigt. Daher ist es auch keine Überraschung, dass die Planung und Gespräche über eine Fortführung im Winter bereits laufen. Wie Alex hofft, kann das „der Start von etwas ganz großem sein“.

Sweetest Lemon

Action Creates Impact. Alex Walkenhorst liefert uns das perfekte Beispiel, dass Mut und Risiko belohnt werden, indem er eine Version mit seiner Leidenschaft zum Leben erweckt hat. Mut, Dinge auszuprobieren und auch in herausfordernden Situationen auf die Straße zu bringen. Und selbst wenn es nicht funktioniert, lässt sich die Erfahrung in der Zukunft nutzen. Das ist genau der Spirit, den wir vor allem hier in Deutschland gut – und deutlich öfter – gebrauchen können. Und zwar nicht nur im Sport, sondern überall in Wirtschaft und Gesellschaft.

Autor: Lucas Petermeier, Managing Partner / OMG FUSE

06.08.2020

 

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